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Das Zufügen von Schaden als Erwiderung auf wahrgenommenes Unrecht.
definiert von: Brad Bushman, Roy Baumeister
Prozess, der zur Unterstützung des Einsatzes radikaler Mittel zur Erreichung politischer Ziele führt.
definiert von: Stefan Stürmer, Anette Rohmann
Einer von mehreren Orten wird zu einem gegebenen Zeitpunkt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Die Reize, die sich an diesem Ort befinden, werden dementsprechend bevorzugt weiter verarbeitet, wohingegen Reize, die sich außerhalb dieses Fokus befinden, nicht oder nur abgeschwächt verarbeitet werden.
definiert von: Christina Bermeitinger, Tim Loepthien, Cathleen Kappes
Fähigkeit zur Wahrnehmung der visuellen Welt. Zur räumlichen Intelligenz zählen die mentale Transformation visueller Stimuli sowie die Reproduktion visueller Erfahrungen aus dem Gedächtnis.
definiert von: Christina Bermeitinger, Tim Loepthien, Cathleen Kappes
Psychologischer Widerstand, der eintritt, wenn Personen ihre Entscheidungsfreiheit gefährdet sehen. Beschreibt die Tendenz, gegen die Bedrohung zu rebellieren.
definiert von: Sabine Glock
Eine Untersuchungsanordnung zur empirischen Überprüfung der ideomotorischen Hypothese. Handlungen erzeugen dabei vorhersagbare Effekte, die entweder bestimmte Merkmale mit der Handlung teilen (z.B. ein linker Tastendruck erzeugt einen linken Reiz auf dem Computerbildschirm) oder aber unpassend zur Handlung sind. Hier zeigen sich schnellere Reaktionszeiten wenn passende Effekte erzeugt werden, obwohl die Effekte zum Zeitpunkt der Handlungsausführung noch nicht vorliegen – ein klarer Beleg für die wichtige Rolle von Effekterwartungen in der menschlichen Handlungssteuerung.
definiert von: Wilfried Kunde
Erneute Aktivierung einer früher gezeigten Reaktion durch die wiederholte Begegnung mit Reizen der früheren Situation.
definiert von: Carina Giesen
Die eigene Einschätzung tatsächlicher Eigenschaften und Fähigkeiten.
definiert von: Constanze Schreiner, Silvana Weber
Konflikt zwischen Gruppen um begrenzte Ressource, bei dem eine Seite nur auf Kosten der anderen gewinnen kann.
definiert von: Oliver Lauenstein
Reappraisal entspricht einer Um- oder Neubewertung einer emotionsauslösenden Situation, meist um diese als weniger negativ zu erleben. Reappraisal ist somit eine Emotionsregulationsstrategie. Häufig wird Reappraisal als eine eher hilfreiche bzw. adaptive Strategie verstanden.
definiert von: Elisabeth S. Blanke, Annette Brose
Eine einheitliche Definition für Rechtsextremismus gibt es nicht. Es gibt aber eine gewisse Einigkeit darüber, dass rechte Ideologien vor allem betonen, dass Menschen nicht gleichwertig sind. Sozialdarwinistisch („das Recht des Stärkeren“) werden Menschen als minderwertig aufgrund ihrer Nationalität (etwa weil sie nicht in Deutschland geboren wurden), Religion (z. B. weil sie jüdischen oder muslimischen Glaubens sind) oder Hautfarbe dargestellt und daraus wird ein angebliches Recht, diese Menschen schlechter zu behandeln, abgeleitet. Extremismus bezeichnet darüber hinaus die Bereitschaft, derartige Einstellungen mit Gewalt umzusetzen (Decker, Weißmann, Kiess & Brähler, 2010).
definiert von: Antje Kießler, Lena Frischlich
Ein rechtskräftiges Urteil ist gesetzlich anerkannt und nicht mehr anfechtbar. Ein Urteil ist dann vollstreckbar (z. B. Ladung zum Haftantritt).
definiert von: Jennifer M. Schell-Leugers, Teresa Schneider
Evolutionäre Hypothese die das „Wettrüsten“ zwischen konkurrierenden Organismen erklären soll. Diese Theorie kann aber auch auf gesellschaftliche Phänomene wie die ständige Entwicklung von Antibiotika und resistenten Keimen oder der technische Wettlauf zwischen Ermittlern und Kriminellen angewendet werden.
definiert von: Andreas Baranowski, Heiko Hecht
Reiz-Reaktions-Bindung: Kurzfristige episodische Verknüpfung zwischen wahrgenommenen Reizen bzw. Reizmerkmalen und ausgeführten Reaktionen. Reiz-Reaktions-Bindungen bleiben zwischen 2 und 6 Sekunden verfügbar und können in dieser Zeit durch erneute Präsentation des Reizes die verknüpfte Reaktion abrufen, wodurch diese schnell wieder ausgeführt werden kann.
definiert von: Carina G. Giesen
Dieses Modell geht davon aus, dass Medieninhalte von allen KonsumentInnen gleich wahrgenommen werden und in ihnen die gleichen Reaktionen auslösen. Dieses Modell wurde in der Medienwirkungsforschung von dem Nutzen- und Belohnungsansatz abgelöst.
definiert von: Andreas Baranowski, Heiko Hecht
Mithilfe dieser Heuristik kann zwischen zwei (oder mehr) Alternativen entschieden werden, wenn eine der Alternativen bekannt ist und die übrigen nicht. Dieser Heuristik zufolge sollte sich eine Person für die Alternative entscheiden, die sie wiedererkennt, ohne weiteres Wissen zu verwenden.
definiert von: Martha Michalkiewicz
Der Anteil der Fälle, in denen die Anwendung der Rekognitionsheuristik zum richtigen Ergebnis führt, verglichen mit allen Fällen, in denen die Rekognitionsheuristik verwendet werden kann.
definiert von: Martha Michalkiewicz
Signalweiterleitung von einer Zelle übergeordneter Areale an eine Zelle untergeordneter Areale (oder eine „Rückprojektion”).
definiert von: Andreas Weber, Filipp Schmidt
Wahrgenommene Benachteiligung der eigenen Gruppe im Vergleich zu einer relevanten anderen Gruppe.
definiert von: Julia C. Becker
Urteil, das auf dem Vergleich zwischen verschiedenen Alternativen (z. B. Personen) und nicht auf dem Vergleich zwischen der gezeigten Person und der Erinnerung an den/die Täter/in basiert. Es birgt die Gefahr, dass eine Person ausgewählt wird, die am meisten dem/der Täterin ähnelt (vgl. mit Absoluturteil).
definiert von: Melanie Sauerland, Alana Krix
Informationen aus Augenzeugenberichten, die nicht beim erstmaligen Abruf erinnert und berichtet werden, wohl aber bei einem späteren Abruf/Interview (Fisher, Brewer & Mitchell, 2009)
definiert von: Nina Tupper, Melanie Sauerland, Lorraine Hope, Harald Merckelbach
RepairCafés sind Orte, an denen meist unentgeltlich Werkzeug zur Verfügung gestellt wird. Besucher können ihre mitgebrachten Gegenstände dort eigenständig oder mit der Unterstützung Ehrenamtlicher reparieren.
definiert von: Helen Landmann, Anna Lisa Aydin, Rolf van Dick, Ulrich Klocke
Frühere wissenschaftliche Erkenntnisse zu reproduzieren, ist ein Eckpfeiler der Wissenschaft. Auf der Grundlage der in der Originalveröffentlichung beschriebenen Methoden sollten unabhängige ForscherInnen in der Lage sein, eine Studie durchzuführen, die zu ähnlichen Ergebnissen führt.
definiert von: Jan Crusius, Oliver Genschow
Im Jahr 2015 veröffentlichte eine Zusammenarbeit von 270 WissenschaftlerInnen die Ergebnisse eines großen Versuchs, systematisch zu untersuchen, inwieweit frühere psychologische Erkenntnisse repliziert werden können. Sie wählten 100 Studien aus drei wichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften aus und führten enge Replikationen durch. Zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Befunde in den Replikationen entsprach den Ergebnissen der Originalstudien. Referenz: Open Science Collaboration. (2015). Estimating the reproducibility of psychological. Science, 349, aac4716. https://doi.org/10.1126/science.aac4716
definiert von: Jan Crusius, Oliver Genschow
Resilienz beschreibt die psychische Widerstandsfähigkeit, Krisen zu bewältigen und mit schlechten Lebenssituationen oder traumatischen Ereignissen gut umzugehen und nicht aufzugeben. Diese dynamische Widerstandsfähigkeit beruht auf eigenen Ressourcen, die während der Entwicklung durch das Umfeld sozial oder persönlich vermittelt wurden oder die auf eigenen Faktoren wie Temperament oder Intelligenz beruhen. [stark paraphrasiert von wikipedia]
definiert von: Sven C. Mueller
Behandlung als grundlegend gleichberechtigtes, gleichwertiges Individuum
definiert von: Daniela Renger, Silke Eschert
Experimentelles Verfahren, bei dem der Einfluss eines (unbewussten) Reizes auf eine Verhaltensreaktion gemessen wird.
definiert von: Andreas Weber, Filipp Schmidt
Beschreibt den Menschen in einem Ruhezustand, in dem er weder schläft, noch eine aktive Aufgabe löst. In Experimenten wird dieser Zustand oft herbeigeführt durch die Instruktion an die Proband/innen, an „nichts Bestimmtes“ zu denken, jedoch nicht einzuschlafen.
definiert von: Esther Kühn
Beschreibt das neuronale Netzwerk, welches im Gehirn während des Ruhezustandes aktiviert wird.
definiert von: Esther Kühn
Ein neues Verfahren vor Gericht über einen Fall, über den bereits vor Gericht ein Urteil erging.
definiert von: Alana Krix, Melanie Sauerland
Verlaufsform der Depression, bei der es zu wiederholten Phasen der depressiven Erkrankung kommt.
definiert von: Annette van Randenborgh, Thomas Ehring
Die Reziprozitätsnorm ist nach Gouldner (1960) ein universelles moralisches Prinzip, das beschreibt, dass derjenige, der etwas von einem anderen erhalten hat, diesem eine Gegenleistung schuldig ist.
definiert von: Jenny S. Wesche, Peter M. Muck
Vorliegen spezieller körperlicher, psychischer oder umweltbedingter Gegebenheiten, die die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Krankheiten erhöhen.
definiert von: Silvana Weber, Julia Winkler
Psychologisches Konzept der Selbstregulation des subjektiven Risikos (Risikokompensation). Aus motivationalen Zuständen wird eine Risikozielgröße abgeleitet, die als individuelle Konstante den Sollwert eines Regelkreises bildet.
definiert von: Sascha Schmid
Ein auf wissenschaftlichen Methoden basierter Ansatz, um in Gefahren- und Krisensituationen wirksam zu kommunizieren.
definiert von: Simone Dohle
Risikourteile, die Menschen intuitiv fällen.
definiert von: Simone Dohle
Von ritueller sexueller Gewalt spricht man, wenn eine Ideologie (z. B. Satanismus) als Begründung oder Rechtfertigung für sexuellen Missbrauch dient. Als bezeichnend gelten zudem spezifische Formen der Bewusstseinsspaltung und -manipulation (sog. Mind Control; vgl. Nick et al., 2018). Bislang liegen keine Ermittlungserkenntnisse oder Sachbelege für die Existenz von organisierten rituellen Missbrauchsorganisationen vor.
definiert von: Roland Imhoff, Marcel Meuer, Andreas Mokros, Aileen Oeberst
Rollenmodelle sind Charaktere oder (Medien)Personen, die als Vorbild fungieren.
definiert von: Frank M. Schneider, Karin Knop, Nicola Krömer, Sabine Reich, Carina Weinmann
Wenn wir das Verhalten anderer Personen beobachten oder uns davon berichtet wird, schlussfolgern wir daraus oft eine Menge an Informationen, die über das Bekannte hinausgehen, wie zum Beispiel die Intentionalität des Verhaltens, Ziele, Rollen oder Persönlichkeitseigenschaften. Da wir diese Schlussfolgerungen über Personen innerhalb kürzester Zeit ziehen können, selbst, wenn wir gar nicht das Ziel haben, uns einen Eindruck zu bilden, und teilweise gar ohne dass wir dies bemerken, nennt man sie spontane Personen-Inferenzen.
definiert von: Jana Mangels
Rumination bezeichnet eine intensive gedankliche Beschäftigung mit einem Thema im Sinne einer Grübelei. Meist hat das Wort eine negative Konnotation und wird im Zusammenhang mit unkontrollierbaren Gedanken verwendet, die um ein Problem oder negative Gefühle kreisen, ohne zu einer Lösung beizutragen.
definiert von: Elisabeth S. Blanke, Annette Brose